Unsere Antwort auf Ihre Fragen – FAQ

1. Was macht die Ausbildung so besonders im Gegensatz zu Tantramassagekursen?

Die Ausbildung im Zinnober richtet sich auf die berufliche Arbeit aus. Dabei ist das professionelle Eintauchen in die gebende, aktive Rolle maßgebend aber genauso auch das Empfangen um die Wirkung an sich selbst zu erfahren. Die Ausbildung nach den Kriterien des Tantramassageverbandes (TMV) umfasst:

 

1) Die erfolgreiche Teilnahme an den 3 Seminar-Modulen der
Tantramassageausbildung
2)
Empfangen von 2 professionellen Massagen
3)
Protokolle
4)
Supervision
5) Teilnahme an den
Peergrouptreffen
6) Praktische und Theoretische Prüfung


Schon von Beginn ermöglicht die Ausbildung, die eigene weibliche/männliche Quelle und Autorität zu erforschen und zu festigen. Die Teilnehmer/innen spiegeln verschiedene Aspekte des Frau-Seins bzw. Mann-Seins, es entsteht dadurch viel Inspiration und auch eine schöne Zusammenarbeit untereinander.
In guten Massage-Instituten wird Wert auf inspirierende und bekräfigende Zusammenarbeit im Team gelegt. Nicht der Konkurrenzkampf wächst, sondern ein stark unterstützendes Miteinander. Dieses ist das Fundament für die professionelle tantrische Arbeit in einem Team.

2. Warum sollten sehr junge Menschen oder ältere Menschen nicht so geeignet zur Arbeit als Tantramasseur/in sein?

Das kann nicht generalisiert werden und ist individuell unterschiedlich. Oft sind sehr junge Menschen in ihrer Weiblichkeit/Männlichkeit und in ihrer sexuellen Autorität noch zu wenig gefestigt. Die Jugend ist eine Lebensphase, in der die eigene Identität als Mann, als Frau reifen darf, in der die jungen Menschen ihre Erfahrungen machen, in der Liebesglück und Liebeskummer oft nah beieinander liegen und in der sie das Verhältnis zum Mann, zur Frau in Ruhe austesten können. Sie sollten sich diese Zeit nehmen.
In der Massage entsteht ein sexueller Raum, den die gebende Person souverän beherrschen und halten können muss. Es gibt wenige Menschen mit 20 Jahren oder jünger, die dies gelassen und genüsslich können.
Trotzdem können junge Frauen sowie Männer die Ausbildung machen und sich darin austesten, ob sie diese Tätigkeit auch professionell ausüben wollen. Dann wäre es auf jeden Fall wichtig, in einem Team gut aufgehoben zu sein und nicht allein zu arbeiten.
Frauen sowie Männer ab 45 Jahre können durchaus sehr gut massieren. Sie sind in der Lage, durch ihre Reife Mitgefühl, Geborgenheit und eine besondere Intimität in die Massage zu bringen. Oft haben sie Ausbildungen und Erfahrung mit Massage, die sie in besonderer Weise zu dieser Arbeit befähigt. Sie haben gelernt, mit der sexuellen Energie umzugehen und diese bewusst zu einzusetzen.

Selbstverständlich dürfen auch ältere Frauen sowie Männer an der Ausbildung im Zinnober teilnehmen. Unsere Teilnehmer sind ca. von 30 -70 Jahre alt.
Wenn ein Mensch im reifen Alter mit dem Beruf Tantramasseur/in beginnen will, sollten sie sich selbst Rechenschaft darüber geben, aus welchen Motiven sie diese Arbeit machen wollen. Möchten Sie noch teilnehmen am Spiel von Eros und Begehren? Wie lange will und können sie diese Arbeit machen? Welches sind Ihre speziellen gesellschaftlichen Aufgaben als Frau, als Mann in dieser „Lebensphase“? Möchten sie etwas Verpasstes nachholen, oder möchte sie sich aus ihrer reifen Fülle heraus in Großzügigkeit verschenken? Dies alles wird letztendlich entscheiden, ob sie diese Arbeit mit Freude und Lust ausüben wird.


3. Warum ist der/die Masseur/in während der Massage nackt?

Wir tragen weder distanzierende Kleidung noch aufreizende Dessous. Nacktheit ist Mensch-Sein in seiner Ursprünglichkeit. Wir folgen der tantrischen Tradition, nach der sich Mann und Frau, als Repräsentation von „Shiva und Shakti“, ebenbürtig und ohne schützende Hüllen begegnen.
Wenn das Nackt-Sein befreit ist von Scham oder Pornographie, wird es bei einer ganzheitlichen Massage als selbstverständlich und natürlich erlebt.
Auch das gehört zur Aufgabe der gebenden Person, den Gast mit Natürlichkeit und ohne Koketterie durch die Massage zu führen.
Dazu kommt, dass in der Massage die körperliche Nähe bewusst gestaltet wird. Da wäre Kleidung distanzierend und hinderlich.
In unseren Tantramassagekursen und Tantramassageausbildungen bleibt den Teilnehmern natürlich die Freiheit und Verantwortung für das Nacktsein, jeder hat die Zeit und Entscheidungsfreiheit damit umzugehen so das er sich wohl fühlt.


4. Wäre es nicht eher im tantrischen Sinn, wenn der Massageempfänger auf Orgasmus und Ejakulation verzichtet?

Zu Orgasmus und Ejakulation gilt grundsätzlich:
· auch Frauen können beim Orgasmus ejakulieren
· Männer können auch ohne Ejakulation zum Orgasmus kommen
· Männer und Frauen können vielfältige und mehrfache Orgasmen erleben
· Ein Orgasmus kann die Tür zu veränderten Bewusstseinszuständen öffnen

Im Tantra gibt es kein übergeordnetes Gedankengebäude, das über richtig oder falsch urteilt. Es ist ein spiritueller Weg, der die sexuelle Energie als zentrale Lebenskraft anerkennt. Daraus haben sich unterschiedliche Richtungen entwickelt. Einige Schulen streben den Orgasmus ohne Ejakulation an. Andere wiederum lehnen Orgasmus ab, egal ob mit oder ohne Ejakulation. Sie streben eine Art Ekstase in Entspannung an. Das bedeutet aber nicht, dass der Orgasmus verboten ist, sondern dass die Lernenden einen neuen Weg unabhängig vom alten lernen.
Allerdings hat die gekonnte Ejakulationskontrolle mehr mit bewusstem Atem und nichts mit einem „Abklemmen“ der Ejakulation kurz vor dem Orgasmus zu tun. Das ist eher schädlich und unterdrückt das Fliessen der Energie.
Da die Menschen, die Tantramassage in Anspruch nehmen, in überwiegender Mehrzahl weder einen tantrischen Hintergrund haben, noch diesen Weg als spirituelle Schule gehen wollen, ist ein aufgezwungener Verzicht auf Ejakulation in der Tantramassage nicht vorgesehen.

Die Tantramassage kann aber Inspiration und Erfahrung vermitteln, den Samenerguss zu verzögern, und dadurch neue Räume des Genusses und der Selbstwahrnehmung kennen zu lernen. Das Wichtigste dabei ist, sich Zeit zu nehmen und in einer Atmosphäre des Vertrauens und der Akzeptanz zu sein.
Die direkte Fokussierung auf das Ziel des genitalen Orgasmus begrenzt die sexuellen Möglichkeiten des Menschen. Wenn er sich erlaubt, sich auszudehnen und sich Zeit zu nehmen, erweitert er seine Genussfähigkeit.

Dies ist die Absicht der Tantramassage in Bezug auf den Orgasmus.

Bei der Tantramassage, wie wir sie lehren, geht es nicht um die Einlösung der sexuellen Bedürfnisse und Vorstellungen des Kunden. Stattdessen steht das ganzheitliche Wohlbefinden und ein entstresster Zustand des Empfängers, bzw. der Empfängerin im Mittelpunkt.
Die sexuellen Bedürfnisse der Massagegäste sind weder thematisiert noch verhandelbar.
Der/die Tantramasseur/in stellt nicht ihren Körper zur sexuellen Befriedigung des Klienten zur Verfügung, spielt nichts vor, sondern bleibt in ihrer Integrität.
Es geht in der Tantramassage nicht darum, die sexuelle Energie aufzuladen und schnell verpuffen zu lassen, sondern sie zu lenken, ggf. zu kühlen und so damit umzugehen, dass sie sich mit dem Herzen verbinden kann.
Das sexuelle Empfinden der gebenden Person ist für die Massage nicht relevant.
Dadurch sind wir in der Lage einen authentischen Kontakt herzustellen, der den Klienten wirklich nähren und ihn mit tiefer Zufriedenheit entlassen kann.


5. Akzeptieren die Gäste in der Regel die Grenzen der Massage?

Grundsätzlich klärt sich durch den Aussen-Auftritt eines Instituts und durch das Telefonat bei der Terminvereinbarung bereits, welche Kunden sich von dem Angebot einer seriösen Tantramassage angezogen fühlen. Normalerweise kommen gut informierte und sehr respektvolle Gäste. Respekt ist etwas, das wir geben und auch erwarten dürfen.

In der Praxis zeigt sich vor allem am Anfang, wie wichtig es ist, im Team zusammen zu arbeiten, mit denen man sich über die Erfahrungen in der Massage austauschen kann. Was lief gut? Was ist nicht so gut gelaufen? Wie gehe ich um mit der sexuellen Energie des Massageempfängers/MAssageempfängerin? Wie gehe ich um mit meiner eigenen sexuellen Energie? Wie kann ich eine sinnlich-weibliche/männliche Autorität entwickeln?
Das sind Fragen, die Vertrauen brauchen, um in die Arbeit als Tantramasseur/in hinein zu wachsen.

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