Autor: Pamela

Tantramassage ist Pionierarbeit im Sinne der Gesellschaft

Tantra ist Tantramassage…. weil sie die tiefste und schmerzhafteste Spaltung unserer Kultur überbrückt, nämlich die Spaltung von Prostitution und Zweierliebe.

 

Ist Tantramassage Prostitution?
Dies werden wir oft gefragt, wenn wir unseren Beruf nennen. Seit vielen Jahren stellen wir uns der Herausforderung, unser Anliegen zu erklären. Um einen nüchternen Blick auf dieses emotional aufgeheizte Thema zu werfen, muss zuerst geklärt werden, was Prostitution im kulturellen Kontext eigentlich ist.

In Wirklichkeit leidet unsere gesamte Gesellschaft in punkto Sexualität an einer Geisteskrankheit. Leider merken wir es schon nicht mehr, weil die Krankheit das Normale geworden ist. In Bezug auf Prostitution könnte man salopp gesagt, sogar fortgeschrittene Schizophrenie diagnostizieren.
Auf der einen Seite steht die akzeptierte Zweierliebe mit all ihrer Romantik, ihren Schwierigkeiten, Seitensprüngen, Betrügereien, Langeweile, aber auch Stabilität. Auf der anderen, der „dunklen“ Seite, steht die Prostitution. Als gesellschaftlichen Konsens wollen wir diese strikte Trennung unbedingt erhalten. Da fängt aber sowohl der Selbstbetrug als auch die kulturelle Unwahrhaftigkeit an.

Niemand kann wirklich – auch in Gedanken- unverbrüchlich sexuell treu sein und niemand wird dauerhaft mit einer einzigen Person ein Leben lang satt. Dadurch entsteht eine Spaltung in unserem Inneren, die wir nach aussen projizieren.
Diesseits unsere „reine und saubere“ Liebessehnsucht, die wir wider besseres Wissen und gegen alle Erfahrung weiterhin in der Zweierbeziehung suchen. Dorthin – in die Prostitution – projizieren wir unseren ungelebten und damit verachteten Aspekt der Sexualität, unsere Selbstverachtung, unser Animalisches, unser Perverses.
Wir pflegen damit eine Unterscheidung von Liebe (heilig) und Prostitution (unheilig). Das, was wir an der Sexualität verachten, was wir nicht leben konnten und was dadurch faulig und schal geworden ist, wird auf die Prostitution abgewälzt. Dagegen wird unsere ganze innere, vielleicht sogar religiöse Sehnsucht, unsere vermeintliche Liebesfähigkeit  der Zweierliebe zugeteilt. Kein Wunder, will niemand etwas mit Prostitution zu tun haben.

So, wie wir um die Fäulnis unseres Finanzsystems wissen und doch so darin verstrickt sind, dass wir keinen Ausweg kennen, so ist die Prostitution die „Bad Bank“ der gesellschaftlichen Organisation der Lust.

Die Prostitution ist keineswegs das älteste Gewerbe der Welt, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil des Patriarchats. Jede patriarchale Gesellschaft basiert auf Spaltung, auf Dualität auf Entzweiung. Alles wird voneinander unterschieden und in gut und böse, in sauber und schmutzig, in besser oder schlechter eingeteilt.

Das Wesen von Tantra ist die Aufhebung der Dualität, das Verbinden von Spaltung. Auf dem tantrischen Weg sucht der Mensch das, was jenseits von gut und böse ist. Tantra ist weder religiös noch nicht-religiös. Es ist weder moralisch noch unmoralisch. Tantra unterscheidet nicht zwischen heilig und unheilig. Tantra lädt ein, das Leben und sich selbst vollkommen anzunehmen, mit allem, was ist.
Das Heikle an der Tantramassage ist nun, dass sie genau an dieser gesellschaftlichen Spaltung ansetzt. Die Spaltung in der Sexualität ist kulturell die tiefste und die älteste. Tantramasseurinnen wagen es, sich genau über diesen klaffenden Abgrund zu stellen.

Es ist leicht, die Tantramassage ohne weiteres Nachdenken der Prostitution zuzuordnen. Damit hält man die gewohnte Ordnung und Aufspaltung in Gut und Böse aufrecht und kann sich selbst dem Guten zuordnen. Aber die Zeiten ändern sich und die traditionellen Tantramassage-Institute, die z.B. im Tantramassage-Verband e.V. organisiert sind, machen für sich einen Platz in der Mitte der Gesellschaft geltend. Sie haben die Vision, etwas zu verbinden, was zusammen gehört und das Spiel von Spaltung und Projektion nicht mitzuspielen. Dieser Mut macht die Tantramasseurinnen wahrhaft tantrisch und genau dies wird ihnen oft übel genommen.

Was unterscheidet Tantramassage von Prostitution?
Was seit Jahrhunderten die „Bad Bank“ der gutbürgerlichen Sexualität gewesen ist, trägt ohne Zweifel deren „faule Papiere“: die Sucht, die Gewalt, die Perversion, die Verzweiflung, die Armut, die Gier, das schnelle Geld, die Lüsternheit. Meine grösste Hochachtung gilt denjenigen unter den Prostituierten, die innerhalb dieses zerstörerischen Gesamtsystems ihre Würde und Selbstachtung sowie ihre weibliche Autorität und ihr Wissen erhalten haben und gute reelle Sexarbeit leisten. Es sind leider zu wenige.

Trotzdem hat Tantramassage ein anderes Ziel als Sexarbeit, auch wenn man sie in gewisser Weise als sexuelle Dienstleistung bezeichnen kann.
In der Prostitution geht es um das Aufheizen der sexuellen Energie und das schnelle Verpuffen derselben. Zum Aufheizen wird alles benutzt, was dazu nötig ist. Insbesondere wird das Kopfkino des Kunden bedient und als Katalysator für das Anfeuern der sexuellen Reizung benutzt. Dieses schnelle Verpuffen macht nicht satt, sondern hinterlässt ein schales Gefühl. Es braucht beim nächsten Mal einen stärkeren Kick. Dieser Dynamik ist die Rot-Licht-Szene in besonderem Maße ausgesetzt: Die Kunden wollen immer mehr für immer weniger Geld. Immer noch tabuloser, immer noch jünger soll die Frau sein, immer noch geiler die Stimulanzien. Das hinterlässt die Kunden trotz allem mit einer inneren Leere. Unbewusst verachten sie sich selbst für ihre Sucht und projizieren diese Verachtung auf die Prostituierte und deren Business. So wird der Teufelskreis genährt.

Die Tantramassage hat ein anderes Ziel als die Prostitution. Hier geht es nicht um Stimulation im Sinne von Triebabfuhr. Hier geht es um die Ausbalancierung von männlichen und weiblichen Kräften im Menschen selbst. In der chinesischen Weisheitstradition spricht man von yin und yang. Das Ziel ist die Regenerierung durch Auftanken in einer Atmosphäre der Hingabe und des Vertrauens. Der Klient oder die Klientin ist eingeladen, sich vollkommen empfänglich zu machen und gar nichts zu tun. Hier wird nichts verbrannt, sondern aufgetankt. Es geht um das Balancieren der eigenen inneren Energien und dadurch um die Regeneration.

Dies ist eine Pionierarbeit im Sinne der Gesellschaft und auch im Sinne der einzelnen Menschen, die den Mut haben, diese Arbeit gut zu machen. In kaum einem anderen Beruf ist eine tiefere und ehrlichere Auseinandersetzung mit sich selbst gefordert.

Beratung und Coaching in München

Pamela Behnke
Heilpraktikerin für Psychotherapie, Sexualtherapie, Tantramassageausbilderin

Beratung & Berührungscoaching für Einzelpersonen und Paare

Information und Terminvereinbarung für Termine in meiner Praxis in München Laim unter: p.behnke@zinnoberschule.de

Küchengespräch zwischen unseren Kursleitern Kristina und Daniel

Kristina: Daniel, wie bist Du eigentlich zur Tantramassage gekommen?

Daniel: ich bin darauf gekommen über eine Freundin von mir, die ich kennengelernt habe auf meinem Weg. Sie brachte mich dazu, mich dem Thema Sexualität zu stellen, offen darüber zu kommunizieren und hineinzuspüren. Sie war diejenige, die mich angeleitet hat und so bin ich in dieses tantrische Feld hineingekommen. Ich habe begonnen, mich weiter zu erforschen und Kurse zu machen.

Kristina:  Und was hat sich dann bei Dir in deiner Sexualität und in deiner Lust verändert in deiner Begegnung zu Frauen?

Daniel: Ich spüre mich anders. Ich spüre meine Herzebene – aber ich spüre mich auch auf der sexuellen Ebene anders. Für mich hat sich Herz und Sex viel mehr verbunden und so kann ich Menschen anders und differenzierter begegnen.

Kristina: Wie würdest Du Männern, die von Tantra keine Ahnung haben, diesen Weg schmackhaft machen?

Daniel: Es gibt viele Männer, welche fokussiert sind auf den Genitalbereich und sie sind einfach geil und so gehen sie auch auf die Frauen zu. Das ist ein Teil vom Mann-Sein und das ist okay. Es ist aber nicht alles und es ist schön, auch den Herzbereich zu erweitern. Dann bleibt die genitale Lust und wird zusätzlich befruchtet mit allen Varianten aus dem Bereich der Gefühle. Dann können wir uns selbst besser verstehen und ebenso das Gegenüber. Wir verlieren trotzdem nicht unsere männliche Kraft. Ich würde den Männern den Mut wünschen, sich von dort, wo man sich wohlfühlt,  zu erweitern in den Körper hinein.

Kristina: Und was würdest Du Dir von Frauen wünschen? Was wünschst Du Dir, um bei der Frau ganz anzukommen, als Mann und als Daniel?

Daniel: Das eine ist: zu spüren, dass ich begehrt werde von einer Frau. Ich nehme das nicht so sehr im Kopf auseinander, ich nehme es mehr auf der Schwingungsebene auf. Ich spüre, ob mich eine Frau anzieht und fühle nach: was passiert dann mit mir? Es gefällt mir sehr, wenn sich eine Frau auch in diese Richtung erweitert, ihr Sexuelles erforscht und lebt und belebt, wenn sie in ihre sexuelle Kraft geht und mich dann auch damit konfrontiert. Frauen haben eine unheimlich starke sexuelle Kraft, welche uns Männern oft Angst macht. Aber eine Frau zu haben, die auch diesen Weg geht, sich zu entwickeln und sich zu erweitern – das ist etwas, was mich als Mann fordert, und zugleich aber auch stärkt in meinem Vis à vis.

Kristina: Ich bin schon viele Jahre Tantramasseurin und war immer wieder dabei bei den Entwicklungen und Fragen, wie man die Tantramassage auch für Frauen interessant machen kann. Jetzt ist es wunderschön, die „Essenzia“  anbieten zu können.  Ich habe ja heute eine von Dir bekommen. Ich spürte, wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir vor über 12 Jahren angefangen haben, dass die Frau womöglich tatsächlich etwas anderes braucht als der Mann, damit sie sich aufgehoben und geborgen fühlen kann.

Es geht für mich um eine tiefe Versöhnung der Frau mit dem Mann. Frauen haben oft Verletzungen im Schossraum, im sexuellen Bereich, Männer eher im emotionalen Bereich durch das jeweilige andere Geschlecht. Die Massage, wie Du sie jetzt gegeben hast, ist ein tiefer vertrauenswürdiger Rahmen. Du gibst sie mit solcher Liebe, mit Wertschätzung und Respekt den Frauen gegenüber, dass es wirklich ein großes Heilungspotenzial hat. Man kann tiefen Frieden finden. Es ist immer wieder ein Thema für Frauen und Männer: Fühlen sie sich wertgeschätzt, als Frau und als Mann, ist die Begegnung authentisch? Interessiert mich die Person hinter dem Mann oder der Frau?

Daniel: Wo siehst Du Dich denn selbst auf Deinem Weg als Frau?  Wie hast Du diese Verletzung  erlebt als Frau?

Kristina: Ich kenne in meiner Vergangenheit auch Übergriffe von Männern. Die Sexualität habe ich nicht von Anfang an als etwas Heiles, Schönes erlebt. Auch das Reduziertwerden auf ein Sex-Objekt ist verletzend und früher war ich eigentlich eher wie ein Junge. Stell Dir vor, ich hab mit 35 erst angefangen, mein Frausein richtig zu entdecken, zB Kleider und Röcke zu tragen und von mir aus auf Männer zuzugehen.

Für mich war es ganz toll, immer mehr in Frauenräume und Frauengruppen einzutauchen, wo wir uns gegenseitig erforscht haben, um uns und unsere Sinnlichkeit und unsere Sexualität zu erfahren,  zu erleben und uns gegenseitig auch zu unterstützen, um in unsere Kraft zu kommen. Ich halte es für ganz wichtig, Frauen um sich zu haben, wo es keine Konkurrenz gibt, sondern wo es darum geht, sich gegenseitig zu befähigen,  in die eigene Größe zu kommen.

Daniel: Was hast Du denn erlebt, weswegen Du mit Tantra weitergemacht hast?

Kristina: Das Thema hat mich schon immer interessiert. Ich war u.a. in der Körperarbeit tätig. Da zeigt sich, dass die Sexualität so ein existenzieller Punkt ist, wo es immer wieder hakt. Aus der Sexualität entsteht Leben! Deswegen ist es ja auch möglich, da Verletzungen hinzuschicken durch Vergewaltigungen – zum Beispiel im Krieg. Weil das am meisten verletzt. Da ist ein Volk an einer tiefen Wunde zu treffen, indem die Frauen vergewaltigt werden. Für Generationen! Hier hinzuschauen: welche Möglichkeit gibt es für eine heile Sexualität. Für den Frieden zwischen Mann und Frau. Damit wir einen heilsamen Umgang miteinander finden. Tantra ist u.a. ein schöner Weg zu gehen. Die Facetten zu sehen, die Bandbreite der Sexualität und diese eben nicht auf die genitale Begegnung zu reduzieren, sondern ganzheitlich. Es geht um die Begegnung  zwischen Mann und Frau, die beide erwachsen sind und nicht auf der kindlichen Ebene stehen geblieben sind: wie z.B. „ich will aber das von Dir“ oder „Du kriegst das nicht, weil …“ Also dieser Machtkampf, der oft bei Paaren existiert, der in der Sexualität ausgelebt wird. Wo es eigentlich wichtig wäre, sich im Herzen zu öffnen;  auch als Paar. Deswegen arbeite ich gerne mit Paaren. Ich finde es so schön, wenn die Liebe aufblühen kann und wenn sich Mann und Frau gegenseitig ganz neu sehen können in ihrer ganzen Schönheit.

Daniel: ….damit unter den Paaren Heilung entsteht und sie miteinander diesen Weg gehen und Du sie begleiten kannst..

Kristina: es ist auch wichtig für die Mädchen und Jungen, die aufwachsen und sehen, dass der Mann Respekt und Achtung vor der Frau hat und umgekehrt. So kann ein kleines Mädchen wirklich eine sehr schöne charismatische Frau werden und ein Junge ein kraftvoller Mann.

Daniel: Und wo stehst Du heute nach all deinen Jahren Erfahrung in Tantra und in der Tantramassage?  Du hast ja auch einen Mann an Deiner Seite, der damit lebt? Möchtest Du etwas dazu sagen?

Kristina: Für mich ist die Kommunikation ganz wichtig.Wirklich immer wieder hinzuschauen: wo macht man abschätzige verletzende Bewertungen, wer bin ich eigentlich und was brauche ich, damit es mir gut geht, um dem anderen mit offenem Herz begegnen zu können. Für mich ist der Umgang mit Sexualität und Berührung alltäglich, so dass ich mir immer wieder sagen muss: für andere Menschen ist das gar nicht so. Es ist ein Tabu-Thema. Auch Paare reden oft nicht miteinander.  Es werden immer noch heimlich und sprachlos unter der Bettdecke Berührungen ausgetauscht  oder nicht über  Bedürfnisse und Wünsche geredet,  was man braucht für sich und vom anderen, damit es einem selbst gut geht und damit man dann auch gerne zurückgibt.

Für mich in meinem privaten Leben ist auch ein schönes Element in der Sexualität: die „stille Vereinigung“, bei der der Mann mit seinem Penis ganz still in der Frau liegt. So können beide viel lebendiger werden, sie können sich spüren lernen in einer tieferen Feinheit, sozusagen.

Frauen können, wenn ein Mann ganz schnelle Hin-und-Her-Bewegungen macht, wie man es z.B.  in Pornos sieht, oft gar nicht spüren, was sie eigentlich wollen, weil es eine zu schnelle Reibung ist. In der empfangenden Position.

Für mich war es immer wichtig, Yonimassagen zu empfangen.  Es ist immer noch wichtig. Ich erlebe den  Schossraum der Frau wie ein ganzes Universum. Es ist so viel Weisheit darin gespeichert. Es können bei der Massage plötzlich  innere Bilder kommen, die eine größere Weisheit haben, an die man sonst nicht unbedingt herankommt.

Oft erlebe ich bei Massagen mit Frauen, dass manche nicht unbedingt zum Orgasmus kommen wollen oder können, sie möchten eher sich erforschen und in das innere Spüren gehen, sich selbst besser kennen lernen. Und es gibt Frauen, die direkt in ihre Lust gehen wollen. Es ist immer gut, im Vorgespräch abzuklären, was sich die Frau wünscht.

Wie ist es denn bei dir, Daniel? Würdest Du sagen, der Großteil der Frauen möchte eher in ihre Lust und in ihren Orgasmus gehen oder möchte eher in das innere Spüren gehen?

Daniel: ich glaube, es ist ein sowohl als auch: die einen wollen in der Lust mehr spüren und dort ihr Feld ausdehnen, wo sie sind. Und die anderen sind an diesem Punkt, wo sie einfach im Spüren angenommen und gehalten werden wollen. Es ist sehr verschieden, womit die Frauen hierher kommen und was ihr Wunsch ist. Es ist gut, über „Gehalten-werden“ zu fühlen: Endlich werde ich einmal berührt. Weil Frauen so viel geben. Sie geben ständig, sie sind immer am Geben und irgendwann kommt die Zeit, wo sie sagen: ich möchte nur empfangen. Und ich möchte einfach empfangen, ohne etwas zu tun und ich kann nachher wieder gehen, ohne eine Beziehung einzugehen. Das Empfangen ist ja eigentlich ein urweiblicher Teil: einfach sich beschenken zu lassen und zu fühlen und dort zu sein, wo ich gerade bin. Ob es das jetzt in der Lust ist, ob ich in das Gehalten-Sein und in das Geborgen-Sein eintauchen möchte, ob ich mich selbst erforschen möchte – wo immer die Frau gerade ist – den Raum zur Verfügung zu  haben, sich von dort aus zu erweitern.

Kristina: nochmals zu meiner Massageerfahrung von heute:  was mich am tiefsten berührt, was mir besonders gut tut, ist diese Wertschätzung – auch die Wertschätzung in Worten zu erfahren. Mich geehrt fühlen als Frau. Das ist…fast wichtiger noch als z.B. Höhepunkt zu kommen. Mich als Ganzes und als Frau zu spüren.

Was ist denn für dich ein Grund zur Massage zu gehen? Was wünschst du Dir als Mann bei einer Massage?

Daniel: Obwohl ich die Frau gerne verehre, finde ich es auch schön, wenn ich verehrt werde als Mann. Aber wenn ich so zurückblicke – merke ich, dass ich in der Massage oft einfach die Ausdehnung meines genitalen Bereichs möchte. Dass ich von meiner Geilheit – die manchmal sehr schnell da ist – wieder runterfahren kann, ohne zu ejakulieren und dann langsam mehr und mehr diese Verbindung in meinem Körper spüre. Ich liebe es, wenn ich immer mehr Energie von diesem sexuellen Bereich, der sich früher mit dem „rasch Abspritzen“ schlichtweg entladen hat – in meinem Körper, in meinem Herzen und in meinen Zellen spüre und mich weiter ausdehnen kann. Dies ist die Selbstforschung, die ich mit mir persönlich mache: aus diesem heißen Geilen heraus herunterzufahren und wieder in dieses heisse Geile hinein. Diese Kraft, die da entsteht, nicht rauszupulvern, sondern meinen Körper zu öffnen für diese sexuelle Energie. Und gegen Schluss, wenn mein ganzer Körper völlig mit dieser Energie gefüllt wird, merke ich, dass das Ganze aus dieser sexuellen Kraft kommt. Das ist das, was ich mir immer wieder wünsche in der Massage. Ich fühle mich oft danach langfristig voller Energie.

Kristina: Der Mann kann ebenfalls die empfangende Position erleben z.B. bei der Prostatamassage. Es gibt dort ganz viele Nervenenden und an dem Anus sitzen oft Verspannungen. Allein die Analmassage von außen kann schon sehr angenehm und entspannend sein, weil da Spannung losgelassen werden kann. Wenn man bei der Prostatamassage ganz langsam eindringt und tiefe stille Bewegungen macht und lange dabei bleibt, gibt es manchmal die Resonanz von Männern, dass sie sich in der Seele berührt fühlen. Es kann auch zu intensiv sein, die Prostatamassage mit der Lingammassage zusammen zu bekommen. Man merkt dann, dass die Energie vom Lingam weggeht.  Für andere ist es total lustvoll, beides zusammen zu haben. Man spürt an der Prostata richtig, wie sie sich zusammenzieht, wenn der Orgasmus kommt. Hast Du persönliche Erfahrung damit?

Daniel: Ja – meine Reise mit der Prostata hat auch mit der Tantramassage-Ausbildung begonnen, bzw. ganz kurz davor schon in der Partnerschaft. Und ich bin noch sehr unterwegs auf dieser Reise. Meine Prostata war taub.

Kristina: So wie viele Frauen in ihrem Schossraum auch.

Daniel: ja genau – also sie war taub und dann kam sehr viel Schmerz. Dies ist wie ein Spiegel auch sonst im Leben: wenn wir irgendwo Gefühle hineinbringen, ob es jetzt die Prostata ist oder ob wir uns emotional öffnen, dann spüren wir oft zuerst viel Schmerz. Ich bin seither bewusst mit meiner Prostata unterwegs, bekomme immer wieder auch Prostatamassagen und ich bin heute an einer Schwelle angelangt,  wo ich langsam über Wasser komme. Ich spüre auch schon, da könnte bald die Lust kommen. Bei mir war das ein mehrjähriger Weg, um jetzt da zu sein, wo ich bin.

Es wird ganz unterschiedlich erfahren. In der Ausbildung habe ich Männer erlebt, die sind in höchste Ekstase gekommen bei der Prostatamassage und ich selbst bin noch am Heilen von vielen Verletzungen. Ich freue mich auf den Punkt, wenn ich einmal einen Prostata-Orgasmus erleben darf. Aber ohne mich zu pushen, weil ich achtsam sein möchte mit dem, was ist. Ich bin sehr froh, dass ich immer wieder damit umgegangen bin. Es war aber auch nicht ganz einfach für mich. Aber mittlerweile sehe ich das Freudige, Staunende:  was könnte noch alles passieren?

Kristina: bei mir ist es manchmal so: wenn die Lust kommt, merke ich  richtig, dass hier im Gaumen, im Mund, sich Flüssigkeit ansammelt.

Daniel: diese Lust kommt vom G-Punkt

Kristina: ja 😉 wenn es in der Yoni anfängt zu fließen, merke ich auch, dass es im Mund anfängt zu fließen.

Hast Du denn jetzt noch eine Frage, was magst Du noch gerne von mir wissen?

Daniel: Wenn Du von heute an zurückschaust . Es war ja ein Weg – auch Dir selbst in der Sexualität zu begegnen. Was berührt Dich an diesem Weg, den Du gegangen bist?

Kristina: ich massiere einfach total gerne. Ich gebe unterschiedliche Massagen:  von der Babymassage bis zur stillen anteilnehmenden Präsenz im Hospiz. Und ich finde es berührend, von den Menschen die Erlaubnis zu haben, dass ich sie berühren darf. Das ist ein intimer Kontakt, egal, wo ich jemanden berühre – zum Beispiel die Lippen massieren . Der Körper ist wie eine Landschaft, die man erkundet. Und jeder Körper ist anders, immer wieder eine andere Landschaft mit eigenen Geschichten. Was mich die Arbeit sehr stark gelehrt hat, ist Urteile wegzulassen. Vorurteile den Menschen gegenüber loszulassen und dafür offen zu sein, was für Wunder herauskommen – oder was der Mensch mitbringt an Überraschungen. Es ist eine schöne Form der Begegnung ohne Worte und der Körper lügt nicht. Mit Worten kann man lügen. Die Menschen spüren sofort, ob es eine authentische Begegnung ist oder nicht, ob sie als Mensch gesehen werden oder nur in ihrer Funktion.  Es ist schön zu sehen, dass die Menschen mit der Kleidung ihre Funktion an den Bügel hängen. Nur sich selbst sein, Zeit haben, sich selbst zu begegnen im Innersten – das ist es, was mir gefällt. Es ist ein wunderschönes Vertrauensverhältnis, dass man da die Begleiterin sein darf. Dass man Zeit hat für eine Person. Das ist wie ein Stillstand in unserer gesellschaftlichen Hektik. Einfach 2 bis 3 Stunden nur für einen Menschen dazusein in einer ruhigen Atmosphäre. Es gibt wenige solcher Momente in unserer Gesellschaft heute.

Die Menschen erinnern sich durch die Massage, dass sie überhaupt einen Körper haben. Dass er die ganze Zeit funktioniert und was für ein Wunder das ist. Wenn man überlegt, was im Körper alles gleichzeitig funktioniert. Oft vergessen wir das im Alltag, dass man dafür auch etwas tun muss, um ihn gesund zu erhalten.

Was findest Du für Dich beim Massieren bereichernd, Daniel? Was nimmst Du für Dich mit nachhause, wenn Du selbst massierst?

Daniel: Es ist dieses schnelle Vertrauen, das da geschaffen wird in einem Rahmen, in dem man einfach so sein darf wie man ist und sich gegenseitig mit Respekt begegnet. Jedem Menschen individuell zu begegnen und dass er oder sie einfach eine schöne Erfahrung machen darf. Auf ganz verschiedenen Ebenen: auf der Berührungsebene, auf der Entspannungsebene. Auch bei den Yonimassagen erschließt man einen Kontakt. Und Bilder, welche die Frauen bekommen: Whow! Diese vorborgene Welt – wenn Frauen darüber sprechen, berührt es mich, dass ich dabei sein und sie begleiten darf. Dass ich als Mann da sein darf und diese Möglichkeit anbieten kann.

Kristina: Du hast vorhin gesagt, dass Frauen so viel dienen und sorgen und tun im Leben. Aber auch Männer stehen im Berufsleben und sorgen für die Familie und bauen materiell etwas auf. Sie erleben es selten, dass sie einfach abgeben können, dass jemand sie einmal in den Arm nimmt oder den Arm um sie legt und sie sich einmal anlehnen können.

Daniel: das brauchen wir Männer unbedingt auch! Ich auf jeden Fall brauche das. Ich lasse mir oft Massagen geben. Ich brauche das auch – einfach gehalten werden und rein ins Empfangen.

Kristina: Eigentlich müssten alle Masseure und Masseurinnen sich mindestens einmal im Monat selbst eine Massage geben lasse, um immer wieder zu spüren, wie es sich anfühlt.

Hey, ich danke Dir, lieber Daniel für diesen bereichernden Austausch, es macht Riesen-Freude, Dich als Kollegen zu haben!

Bitte anfassen

Hände können zaubern. Sie tasten, streicheln, reiben oder packen kräftig zu
wenn wir es denn wollen. Angeblich aber wollen wir viel zu selten: „Wir leben in einer
berührungsfeindlichen Gesellschaft“, so die Massage Expertin Lea Söhner und ehemalige Leiterin des Dakini Tantramassageinstututes in Zürich.

Umso wichtiger scheint der körperliche Kontakt mit dem Partner. Dafür gibt es weitaus mehr Varianten als nur Fellatio oder Cunnilingus. Schon das banale „Anfassen“ kann zum
Feuerwerk für die Sinne werden mit einer Tantramassage!
Die Fakten sprechen eindeutig dafür: Mit 1,6 Quadratmetern ist die Haut unser größtes
Sinnesorgan. Geschätzte fünf Millionen Zellen reagieren auf äußere Reize: ob es nun Kälte, Hitze, Nässe oder eben Berührungen sind. Tausende Rezeptoren jagen die aufgenommenen Informationen an das Gefühlszentrum im Gehirn es folgt ein kleiner Hormonrausch, denn wer zärtlich angefasst wird, schüttet die Wohlfühlhormone Oxytocin und Prolaktin aus.

Doch weitaus wertvoller als diese schnöden körperlichen Folgen sind die seelischen: „Durch die achtsame Berührung fühlt sich ein Mensch begehrt, geliebt, angenommen. Der Mensch wird hart, wenn er nicht mehr angefasst wird“, so Lea Söhner.
Neben der Erfüllung dieser Grundbedürfnisse nähern wir uns dem eigentlichen Sinn und
Zweck der Sache:
Eindruck hinterlassen! Rasende Lust und tobende Leidenschaft wecken!
Unvergesslich bleiben! Mit etwas geschickter Handarbeit kann jeder diesen Wirbelsturm der Sinne entfachen. Doch gibts dafür ein Geheimnis? Und worauf kommts an? Komplizierte Griffe, Knettechniken oder Positionen?

Liebe zur Langsamkeit

Das alleroberste Gebot der gelungenen Massage heißt: Zeit lassen! „Wenn Sie glauben, Siebewegen Ihre Hände langsam, dann halbieren Sie noch einmal das Tempo“, rät
die amerikanische Sex Therapeutin Beverly Engel. Der Einstieg zur erotischen Massage kann ruhig ganz harmlos am Kopf beginnen. Ob die Hände kreisen, streicheln, drücken oder kneten ist Nebensache.

Konzentration und Hingabe sind Hauptsache.

Der Partner spürt sofort, wenn nur nebenbei und halb gelangweilt gestreichelt wird. Damit Ihre Hände einmalig feurig und unerhört prickelnd ankommen, braucht es etwas Anstrengung allerdings nicht in den Muskeln, sondern im Kopf.

Stellen Sie sich den Körper des Partners, so vertraut er auch sein mag, als aufregendes Neuland vor, das Zentimeter für Zentimeter erobert werden muss mitsamt jeder Kuhle, jeder Kurve, jeder Erhebung. Stellen Sie sich vor, dass in Ihren Fingerkuppen kleine Lavabäche pulsieren, die Sie nun behutsam auf der Haut des Partners verteilen. Gleichzeitig können Sie versuchen, mental in die Haut des anderen zu schlüpfen, sich in ihn hineinzufühlen und intuitiv zu spüren, wohin die Hände nun als nächstes wandern sollen. Es funktioniert wirklich!
Variieren Sie Ihre Bewegungen, um das ungeheure Potenzial einer Massage auszuschöpfen, egal ob Sie streichen, klopfen, kneten, drücken oder trommeln.

Klirrende Eiswürfel, eine weiche Feder oder ein knisterndes Seidentuch sorgen für zusätzliche Wonneschauer.

Lust am ganzen Körper

Doch an welch geheimen Ecken oder Zonen prickelt es wohl ganz besonders schön? Lea
Söhner wehrt sich gegen die Frage nach erogenen Zonen. „Allein dieser Begriff klingt viel zu mechanistisch.

Unser ganzer Körper ist doch eine erogene Zone!

Ob Hals, Nacken oder die Innenseite der Oberschenkel, kein Körperteil könnte unsexy genug sein, als dass er nicht ein paar Streicheleinheiten verdient hätte. Warum also nicht eine halbe Stunde lang die Füße massieren?
Dennoch gibts natürlich ein paar Punkte am Körper, die besonders schnell
entflammbar sind: Bei den Frauen sind es die Brüste, bei den Männern ist es der Po. Doch Vorsicht! „Der Po ist hochsensibel. Wird er zu lange massiert, kann die Erregung kippen.
Einige Männer trauen sich nicht, die Pomassage rundum zu genießen aus Sorge, sie
könnten dann als homosexuell gelten“, weiß Lea Söhner aus der Praxis. Ein weiterer
unterschätzter Hot-Spot am Mann sind die Brustwarzen von Frauen ignoriert, von Männern
vergessen. Doch auch bei ihm sitzen hier empfindliche Nervenenden, denen man sich zart bis deftig annähern darf.

Erregung am ganzen Körper

Bei den professionellen Tantramassagen gilt allerdings die Philosophie der
Ganzheitlichkeit. Heißt: Der ganze Körper wird scheinbar ohne spezielles Ziel verwöhnt,
damit auch die Seele entspannen kann, der Kopf leicht und leichter wird, die Gedanken
flirren. Durch diese Taktik der scheinbaren „Absichtslosigkeit“ kann die Erregung im
Körperumso intensiver aufflammen. Genau diese Absichtslosigkeit ist für viele Menschen die Voraussetzung, um sich überhaupt hingeben zu können. Diese Kunst des Fallenlassens kann auch auf dem heimischen Bett ganz wunderbar funktionieren.
Für manche eine ganz neue Erfahrung: „Gerade Männer können ihren selbst auferlegten Leistungsdruck nur schwer vergessen,“ so Lea Söhner.

Beim Sex sind sie es gewöhnt, zielgerichtet und geradlinig vorzugehen: Küssen, Kuscheln, Koitus. Die Rolle des Passiv Empfangenden fällt ihnen anfangs schwer. „Dabei können Männer ebenso wie Frauen am ganzen Körper genießen.

Wenn sie sich mehr Zeit geben würden, sind sie sogar zu multiplen Orgasmen fähig.“ Dieses Wunder kann geschehen, wenn die Ejakulation durch das Anspannen der
Beckenbodenmuskulatur unterdrückt wird. Dieser „trockene Orgasmus“ beschert dem Mann die gleichen Rauschgefühle wie ein normaler Höhepunkt, nur dass die Erregung nicht stirbt, sondern wächst. Ein Experiment, das in der entspannten Atmosphäre einer sinnlichen Massage besonders gut gelingt.

Balsam für die Seele

Für manche Paare kann der bewusste Verzicht auf den Koitus sogar zum Lustwecker
schlechthin werden. „Massage erweitert das Spektrum der Sexualität“, so Lea Söhner. Gerade in langjährigen Partnerschaften, wo sich allmählich Routine einschleicht und jeder genau zu wissen glaubt, welche Berührungen den Partner möglichst schnell zur Raserei treiben. Gerade da kann die Tantramassage auf sanfte Art und Weise neue Akzente setzen. „Spätestens nach zwei bis drei Jahren endet der große Verliebtheitsrausch. Viele hören dann aus Bequemlichkeit auf, den Körper des anderen noch zu erforschen. Dabei wird es jetzt erst spannend. Und warum? Weil jetzt das wahre Abenteuer beginnt. Beide Partner sind gefordert, ihren Entdeckergeist wiederzubeleben und ihre Kreativität zu bemühen für die Wiederentdeckung der Sinnlichkeit. Ganz nebenbei bringt eine solche Massage auch den Körper zum Glühen und das Nachspiel kann beginnen. Wie sagt doch Beverly Angel: „Sinnlichkeit ist der große Unterschied zwischen reinem Sex und der liebenden Verbindung zweier Menschen.“

Fit for Fun Februar 06

Erblühen Erwachen Sinne Erwecken

Gebündelte Kompetenz in Zürich schreibt die Zürichsee Aktuell.

Therapieren – Kultivieren – Zelebrieren

Ob Vorträge zu Liebe und Sexualität, sexualtherapeutische Frauengruppe, Tantramassagekurse für Paare, oder Ausbildungen – die „Zinnober-Akademie der Sinne“ überzeugt mit gebündeltem Fachwissen und hoher Professionalität. In Zürich Oerlikon begleitet Pamela Behnke gemeinsam mit ihrem Team zahlreiche Menschen mit dem notwendigen Knowhow und Fingerspitzengefühl von handfesten Problemen bis hin zur Kultivierung sinnlicher Ressourcen.

Neben der Tätigkeit in der Akademie der Sinne hält Pamela Behnke regelmäßig Ausbildungen und Seminare in Deutschland, Österreich und weltweit.

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Go First !

Den Zugang zum eigenen Körper finden. Basics: Love Yourselve first!

Wir sprechen ja hier von Sexualität, und Sexualität meint mehr als Sex, es meint das „Standing“ . Als Mann bzw. als Frau im eigenen Körper, wie ist Dein Genital beheimatet in Dir, erlebest du dich nicht nur als Mensch sondern als sexuelle Frau/als sexueller Mann?  Wie steht es um das Wohlfühlen im eigenen Körper? Sich selbst zu spüren von Kopf bis Fuß ?

Spürst Du Dich denn, einfach so ohne Dich konkret zu berühren? Probiers mal aus, wo immer Du gerade sitzt oder stehst.

Die guten Dinge sind einfach!

Der Atem hilft Dir dich ins gegenwärtige Spüren deines Körpers einzulassen. also, nimm ein paar bewußte Atemzüge und begleite deinen Atem auf dem Weg in und aus deinem Körper. Du brauchst den Atem nicht zu verändern, nicht zu kontrollieren. es heißt ja Atembewußtsein nicht Atemkontrolle. Wie strömt Dein Atem? Ist er flach und in der Brust zu spüren? Strömt er tief in den Bauch? Kannst Du wahrnehmen wie er deinen Körper bewegt beim Einatmen und auströmen?

Warum ist das relevant? Siehs mal so, wer mehr atmet spürt mehr, oder anders gesagt, wer nicht spüren mag kann einfach den Atem anhalten oder  flacher atmen.

Das kennt wahrscheinlich jeder, wenn Du Dich entdeckst in einer stresssigen oder beängstigenden Situation atmest Du vielleicht flacher oder stoppst den Atem.
Wenn Du etwas neues ausprobieren möchtest tu mal was anderes, atme in dieser Situation. Dann ändert sich etwas. Lass Dich überraschen. Die Emotion ändert sich – Du kannst aus alten Mustern aussteigen, einfach dadurch das Du atmest wo Du bisher evtl. wenig geatmet hast. Dann bist du wieder da, hier und jetzt und fühlst. raus aus der Enge, das gibt Spielraum.

Ok, dann wandere mit deiner Ausmerksamkeit von oben nach unten durch Deinen Körper, lass Dir etwas Zeit. Spürst Du die Bereiche deines Körpers denn? Gibt es Bereiche die Du nicht in deiner bewußten Wahrnehmung hast?

In Seminaren oder Sexualberatung höre ich nach solch einer Körpererfahrung oft, Mensch das ist ja ein Ding! Ich dachte immer ich spüre mich aber wenn ich mir mal Zeit nehme merke ich da bin ich ja weit davon entfern. Ganz zu schweigen von meiner Vagina oder dem Penis und dem Beckenboden. Wer sich nicht selbst spürt sondern nur denkt er spüre sich ist nicht bei sich zuhause. Da kann dann auch nicht wirklich was lossein. Also, nochmal, Lust ist Energie im Körper, welche sich bewegen kann.

Check: Stell Dich bequem und mit weichen Knien hin. Mach einen Bodyscann, also wandere mit deiner Aufmerksamkeit durch deinen Körper.

Nim Dir ein fetziges Muskstück und schüttel den gesammten Körper zur Musik.

Danach steh wieder bequem und nimm deinen Körper nun wahr.

Gibt es einen Unterschied? Spürst Du dich deutlicher? Was bedeutet das konkret? Was spürst Du denn deutlicher? Und wie fühlt sich der Unterschied an. Ameisenkribbeln, pulsieren irgendwo? Spürst Du jetzt dein Herz schlagen? die Ausdehnung durch deinen Atem?mag Dien körper zucken, dann lass es zu, dann entlädt sich Anspannung, wunderbar. Deine Lebendigkeit. So simpel ist das gemeint.

Wenn der Körper nicht wach ist übernimmt liebenswerterweise das Kopfkino. So, und wenn nur die Frau und der Mann beide nicht spürend in ihrem Körper sind ja wer soll sich dann bitte begegnen, wie soll dann Energie fließen? Wenn Du das nächste mal Sex hast mach mal langsam und spür ob Du den Penis in Dir wahrnimmst. Noch besser ist ein Finger oder Zwei die in Deiner Vagina liegen und sich bewußt bewegen. Spürst Du ob Du auf der Oberseite berührst oder unten oder links oder rechts, der Muttermund berührt wird oder der Finger still ruht? ……….

Also, streif doch das nächste mal mit dem Ausziehen deiner Kleidung bewußt die Rollen ab mit denen du dich identifizierst, erkenne Gedanken und Phantasien als das was sie sind, Hirnfick und all das was Dich daran hindern könnte Dich dem kommenden Geschehen von dem du nicht die geringste Ahnung hast was das ganze wohl sein wird wenn Du bisherige sexuelle Wege und Strassen verläßt hinzugeben, Dich wirklich einzulassen.

Stell Dir wirklich vor das Du eine alte Haut abstreifst und damit die Rollen und Begrenzungen. Dann kannst Du mehr und mehr einfach da sein im Jetzt, im Moment und Dich einlassen auf Dich selbst und je mehr Du Dich auf Dich selbst einstimmst und einläßt wirst Du Dir deiner selbst bewußter, spürst deinen Körper und fühlst Dich von inner heraus deutlicher. Du spürst was sich schön anfühlt. Schluß mit Brainfuck! Aber was tun wenn der Kopf, der Verstand sehr dominat im Vordergrund steht und von Hingabe nicht die Rede sein kann?

Hast Du schon mal Kontaktimprovisationstanz ausprobiert? Zwei oder mehrere Menschen treten  in Kontakt, mit oder ohne Berührung und lauschen mit Ihrer Aufmerksamkeit in sich selbst, zu welchen Bewegungen, wie groß oder klein die Bewegungen auch sein mögen, inspiriert mich die Musik und wenn ich dazu meinen Tanzpartner noch mit in meine Wahrnehmung nehme, was mag wohl geschehen wenn wir einen gemeinsamen Raum, das gemeinsame Dritte daraus entstehen lassen. das ist mit jeder Begegnung anders. Dieser gemeinsame Raum fühlt sich anders an als beim letzen mal und als beim nächsten mal. Und der Tanz wird dann dementsprechend anders sein. Mal zart, mal dynamisch, mal still, mal mit viel Körperkontakt und dann wieder mit wenig Berührung. Man kann es vorher nicht sagen, nur neugierig bleiben für das was aus einer guten Verbundenheit mit sich selbst heraus sich zeigen wird. Und eine stabile Präsenz, ein guter Kontakt mit sich im eigenen Körper als Basis für die Begegnung mit der anderen Person.,

Nichts anderes ist es im Sex. Da sein, wirklich dasein, die eigenen Füße spüren, die Beine, das Becken, Genital, Rumpf, Arme etc… . Mit allen Sinnen da sein, den Moment spüren und nicht denken.

Und was hilft dabei? Atmen ist ein zentraler Schlüssel.

Dann gönn dir Zeit! Was brauchst Du damit Du Dich wohlfühlst? Damit Du in den Körper kommst? Und wenn Du mehr und mehr in den Körper kommst wird der Verstand automatisch stiller. Es geht also nicht darum den Kopf auszuschalten sondern darum in den Körper zu kommen.

Go first! Tu Dir gut, bevor Du Sex hast. Sex aus dem Mangel oder aus der Fülle der Sattheit heraus ist ein entscheidender Unterschied… .